„Vegan, das ist doch nur ein Trend“

Den Satz höre ich immer wieder von meiner Stiefmutter. Ein Trend dem ich hinterherlaufen würde. Dazu passend, gefällt mir folgendes Zitat:

„Ich hab nicht das Gefühl, dass Veganismus ein Trend ist, sondern ich glaube, das ist eher ein Wertewandel in der Gesellschaft“

Gordon Prox (Vegan ist ungesund)

Da es für mich kein vernünftiges Argument gegen den Veganismus gibt (falls jemand eines kennt, bitte ich euch es mir zu schicken) denke ich auch eher, dass es ein Umdenken in fortgeschrittenen Gesellschaften gibt, das langsam aber sicher die Notwendigkeit anerkennt, zukünftig vegan zu leben.

Wie an so vielen Stellen in veganen Diskussionen soll hier eine Abwertung des Veganismus durch ein Label gemacht werden. Militant, dogmatisch… Trend wird hier im Sinne einer kurzfristigen Modeerscheinung verwendet, die bald wieder vorbei geht.

Schaut man sich die Definition des Wortes „Trend“ genauer an, dann ist es wohl genau das was der Veganismus ist:

Ein Trend (von engl.to trend ‚in einer bestimmten Richtung verlaufen‘ bzw. ‚drehen‘ oder ‚wenden‘[1]) ist ein Instrument zur Beschreibung von Veränderungen und Strömungen in allen Bereichen der Gesellschaft. Die Beschreibung und die Randbedingungen erlauben eine Aussage über die zukünftige Entwicklung.

https://de.wikipedia.org/wiki/Trend_(Soziologie)

Im Gegensatz zur Mode ist damit also eine längerfristige Veränderung in der Gesellschaft gemeint, was meiner Meinung nach ziemlich genau beschreibt was gerade vor sich geht.

Sklavenhaltung, Menschenrechte

Der Wandel hin zu allgemeingültigen Menschenrechten war ein langer Weg, den man, nach obiger Definition auch als Trend bezeichnen könnte. Jahrtausende lang war es anerkannt, Menschen wie Eigentum oder eine Sache zu behandeln. Sklavenhaltung, Frondienste und Zwangsarbeit sind inzwischen weltweit als unmenschlich gebrandmarkt. Niemand käme auf die Idee das heute noch zu verteidigen obwohl es sich eigentlich durch die ganze Menschheitsgeschichte gezogen hat. „Das haben wir immer schon so gemacht“ ist einmal mehr ein weniger gutes Argument.

Suffragetten, Frauenrechte

https://de.wikipedia.org/wiki/Millicent_Garrett_Fawcett

Auch die Suffragetten waren Anfang des 20 Jahrhunderts nur eine kleine Bewegung und haben dann durch einen Wertewandel in der Gesellschaft das Frauenwahlrecht erkämpft. Auch sie haben klein angefangen und zum Teil mit militanten Aktionen (bewaffnete Demonstrationen) ihre Rechte verteidigt.

Die Durchsetzung des Frauenwahlrechts hat ca. 30 Jahre gedauert (je nach Land auch schon 10 Jahre früher), man sieht also wie lange ein Wertewandel dauert bis er die Bevölkerung durchdrungen hat. Auch hier ist es ein gesellschaftlicher Wertewandel gewesen, der diese Veränderung verursacht hat.

Veganismus, Tierrechte

Eigentlich ist es nur logisch, nachdem man allen Menschen ihre Rechte zugestanden hat, (den Sklaven, den Frauen) beides nach Jahrtausenden der Unterdrückung das jetzt auch den Tieren zuzugestehen. Da es keinen vernünftigen Grund gibt Tiere auszubeuten, genau wie Sklaven oder Frauen, werden wir dies hoffentlich bald hinter uns lassen. Tieren, also Lebewesen, die genau so fühlen können, Leid erfahren können und nicht sterben wollen, die gleiche Berechtigung zuzugestehen, ohne Leid und Ausbeutung leben zu können ist nur eine logische Schlussfolgerung.

Klimakatastrophe

Es soll ja Menschen geben, denen das Tierleid oder auch nur der Tod von Tieren egal ist. „Mein Steak auf dem Grill hat keine Rechte“. Auch diese Menschen sollten sich überlegen ob mit den immensen Klima- und Umweltschäden, die durch den Konsum von Tierprodukten entstehen, es nicht besser wäre darauf zu verzichten.

Wem also das Tierleid egal ist, der sollte sich wenigstens um seine eigene Zukunft Gedanken machen. Um so mehr, wenn er/sie Kinder oder Enkel hat.

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